Fische im Nano Cube Aquarium

Zwergbärbling Zwergbärbling, Copyright © Ricardo Kobe 

Für viele sind die Fische in einem Aquarium das Wichtigste. Gerade bei der Auswahl der Fische unterlaufen dem Aquaristik-Einsteiger Fehler, die ihm leicht die Freude an seinem neuen Hobby nehmen können. Durch die beengten Verhältnisse in einem Nano-Aquarium muss die Auswahl der Fische sehr genau überlegt sein. Niemals planlos Fische anschaffen! Erst informieren, dann kaufen.


Auswahlkriterien für Nano-Fische

Die Ansprüche und Gewohnheiten der Fischarten müssen häufig schon bei der Einrichtung des Aquariums berücksichtigt werden. Es ist daher keine schlechte Idee, wenn man sich vorher einen Besetzungsplan für sein Nano Cube Aquarium anfertigt. Nachfolgend werden die wichtigsten Kriterien für die Zusammenstellung der Fischbesatzung beschrieben.

Ein häufiger Anfängerfehler besteht in der völligen Überbesetzung des Nano-Aquariums, weil die Auswahl an Fischen zu verlockend ist. Die Beschränkung fällt oft schwer. Leider kann man keine pauschale Aussage darüber treffen, wieviele Fische sich in einem Aquarium tummeln dürfen. Es gibt einfach zu viele unterschiedliche Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Dieses sind z.B. das Verhalten der Fische gegenüber Artgenossen und anderen Nano Cube Aquarium-Bewohnern. Nicht alle Arten kommen miteinander aus, was in einem kleinen Becken eher zur Katastrophe führt als in einem großen Aquarium. Am besten informierst Du dich vor dem Kauf der Lebewesen genau über deren Bedürfnisse und Verhalten anderen Nano Cube Aquarien-Insassen gegenüber.

Für eine ungefähre Vorstellung kannst Du die folgende "PI-mal-Daumen-Formel" anwenden. Sie lautet: "Pro Zentimeter Fisch ein Liter Aquariumwasser" . Am Beispiel des oben abgebildeten Moskitobärblings sieht die Rechnung so aus. Der Moskitobärbling wird ca. 2,5 cm lang. Bei ca. 25 Litern Wasserinhalt in einem 30-Liter Nano-Cube (wir müssen etwas Volumen für den Kies und Einrichtungsgegenstände abziehen) wären es also 10 Exemplare dieser Fischart (25 Liter : 2,5 Länge = 10 Exemplare). Aber wie gesagt, diese Besatzungsregel solltest Du mit großer Vorsicht genießen, denn jede Fischart ist in ihren Bedürfnissen (z.B. benötigter Schwimmraum) anders.


Welche Wasserwerte benötigen die Fische?

Zunächst solltest Du die Wasserwerte deines Aquariumwassers (in der Regel das Leitungswasser) kennen. Du solltest vor allen Dingen die Karbonathärte messen. Passend zur Karbonathärte des Wassers kannst Du dann die geeigneten Fische auswählen. Kaufe keine Fische, die nicht zu deinem Aquariumwasser passen. Nur wenn Du wirklich weiches Wasser zur Verfügung hast, solltest Du dir auch Weichwasserfische anschaffen. Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt. Also, Hartwasser-Fische auch bitte nur in hartem Wasser halten.


Wie gestaltet man das Nano Cube Aquarium fischgerecht?

Die ausgewählten Fische sollten im eingerichteten Aquarien auch den Lebensraum vorfinden, der ihrem natürlichen Verhalten entspricht. Für höhlenbewohnende Fische müssen Grotten und Unterstände vorhanden sein. Schwarmfische benötigen Platz zum Ausschwimmen. Scheue Fische brauchen Zufluchtsstätten. Am Boden gründelde Fische dürfen nicht auf scharfkantigen Bodengrund gehalten werden.


Vertragen sich die Fische untereinander?

Unterschiedliche Fischarten, aber auch Artgenossen können untereinander recht unverträglich sein. In der freien Natur können sich die Tiere aus dem Weg gehen. Im engen Aquarium dagegen kommen sie sich immer wieder ins Gehege. Die Attacken aggressiver Fische wiederholen sich immer wieder. Ein Ausweichen ist unmöglich. Der Streßtod ist daher vorprogrammiert. Gerade revierbildende Fische verhalten sich oft aggressiv, wenn andere Fische in ihr Territorium eindringen. Sie werden dann gejagt und können nicht flüchten.

Aber auch andere Probleme können entstehen. Schnelle und schwimmfreudige Fischarten gehen ruhigeren Fischen buchstäblich auf die Nerven. Oder "Raubfische" suchen sich ihr Futter unter den Mitbewohnern im Aquarium. Einzelgänger dulden keine Konkurrenten der gleichen Art. Auch hier gibt es einen Unterlegenen, der schließlich zum Tode verurteilt ist. Häufig wird auch übersehen, dass nur in wenigen Exemplaren gehaltene Schwarmfische mitunter sehr aggressiv werden können. Im großen Schwarm verteilt sich diese Aggressivität. Sind aber nur zwei oder drei Exemplare vorhanden, wird der stärkste Fisch die anderen permanent scheuchen.


Können wir den Fischen das richtige Futter bieten?

Vermeide als Aquaristik-Einsteiger die Anschaffung von Nahrungsspezialisten! Es gibt viele Fische, die an und für sich gut zu pflegen sind, die aber ganz besondere Ansprüche an die Ernährung stellen. Das können zum Beispiel reine Vegetarier sein. Oder auch Fische, die ausschließlich Lebendfutter fressen. Du solltest Dich nur an diese Fische heranwagen, wenn Du auch auf Dauer bereit bist, die speziellen Nahrungsbedürfnisse dieser Fische zu befriedigen. Bedenke in diesem Zusammenhang auch, dass pflanzenfressende Fische dir deinen mühsam gepfegten Unterwassergarten binnen kürzester Zeit wegfressen können.


Was beim Kauf der Fische zu berücksichtigen ist

Wenn Du nun sorgfältig deine Fischwunschliste zusammengestellt hast, beobachte die ausgewählten Fischarten im Becken des Händlers sehr aufmerksam. Du solltest die Fische nur dann kaufen, wenn sie auch in Ordnung sind.

Die folgenden Merkmale deuten auf Krankheiten oder Parasiten hin:

  • Die Fische dürfen ihre Flossen nicht klemmen.
  • Sie sollten keine ausgefransten oder defekten Flossen haben.
  • Achte darauf, dass die Kiemendeckel nicht abstehen oder das Rückgrat verkrümmt ist.
  • Meide Fische, die einen trüben milchigen Belag haben und sich häufig an Steien scheuern.
  • Die Fische dürfen keine kleinen weißen Punkte am Körper oder den Flossen haben.
Alle Fische, die in einem gelbgrünen oder bläulich eingefärbtem Wasser schwimmen, werden gerade gegen eine Krankheit behandelt. Nimm daher aus solchen Becken keine Fische!


Richtiges Einsetzen der Fische ins Aquarium

Der noch verschlossene Transportbeutel wird zunächst auf die Wasseroberfläche des Aquariums gelegt. So kann sich die Temperatur des Wassers im Transportbeutels langsam an die des Aquariumwassers angleichen. Nach ca. 15 Minuten wird der Transportbeutel geöffnet und ins Aquarium gehängt. Nun schüttet man langsam und in kleinen Dosen Aquariumwasser in den Beutel, damit sich die Fische an die neuen Wasserverhältnisse anpassen können. Nimm dir für diesen Vorgang auch etwa 15 Minuten Zeit. Erst dann entleert man den Beutel mit den Fischen vorsichtig in das Aquarium.


Geeignete Fische für ein 30-Liter Nano Cube Aquarium

Hier werden nun Fische vorgestellt, die für ein 30-Liter Nano Cube Aquarium in Frage kommen. Natürlich gibt es noch weit mehr Fischarten, die in diesen Aquarien gut leben können. Die Liste wird nach und nach ergänzt.


Video: 5 geeignete und beliebte Zierfische für Nano Aquarien

In diesem Video kannst Du dir den Perlhuhnbärbling, den Moskitobärbling, den Zwergbärbling, den Vietnamesischen Kardinalfisch und den Killifisch Kap Lopez in Aktion ansehen.


Moskitobärbling (Bororas Brigittae)

Moskitobärbling Moskitobärbling, Copyright © Peter Maguire

Steckbrief Moskitobärbling:

  • Herkunft

    Beheimatet ist diese kleine Schönheit in Indonesien, in den tropischen Regenwäldern von Sumatra, Südborneo und Sulawesi.
  • Größe und Geschlechtsunterschiede

    Die Tiere werden selten über 2 cm groß. Männliche Tiere bleiben kleiner und schlanker und sind intensiver rot gefärbt.
  • Haltung

    Dieser wunderschöne Fisch ist einer meiner Top-Favoriten für die Haltung im Nano-Aquarium! Gerade in dunkleren, aber gut bepflanzten Aquarien kommt die tolle rote Färbung hervorragend zur Geltung. An die Wasserbeschaffenheit stellt der Moskitobärbling keine grossen Ansprüche, doch zeigt er seine besten Farben in leicht saurem und weichem Wasser. In der Natur findet man den Fisch in grossen Gruppen von mehreren hundert Tieren bei pH-Werten von deutlich unter vier!! Die Temperatur sollte zwischen 23 und 28 Grad liegen.
  • Ernährung

    Gefressen wird in der Natur so ziemlich alles was in das kleine Maul passt: kleine Würmchen, Rädertierchen, Krebstierchen, organische Schwebstoffe oder Plankton. Nach kurzer Eingewöhnung gehen die Tiere auch bereitwillig an feines Granulat- oder Trockenfutter.
  • Vermehrung

    Der Moskitobärbling gehört zu den Freilaichern.
  • Besonderes

    Der Moskitobärbling ist wirklich sehr schreckhaft. Will man ihn mit anderen Fischen vergesellschaften, so empfehlen ich, wenn überhaupt, nur ruhige Beifische der unteren Wasserregionen. Zu viel Hektik im Aquarium lässt die Art nur scheu in den Pflanzen stehen und die Nahrungsaufnahme verweigern.

 

Perlhuhnbärbling (Danio margaritatus)

Perlhuhnbärbling Perlhuhnbärbling, Copyright © Ricardo Kobe 

Steckbrief Perlhuhnbärbling:

  • Herkunft

    Die Heimat dieses Bärblings ist Burma und das angrenzende Thailand.
  • Größe und Geschlechtsunterschiede

    Die Perlhuhnbärblinge werden ca. 2 cm groß. Geschlechtunterschiede sind an der Afterflosse erkennbar. Die Männchen haben dort schwarze Streifen, die bei den Weibchen nicht vorhanden sind. In der Laichzeit haben die Weibchen einen deutlich zu erkennenden Laichansatz. Weibchen leicht fülliger als Männchen.
  • Haltung

    Eine dichte Bepflanzung ist empfehlenswert, damit ein paar Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind. Die Tiere sind etwas scheu und schreckhaft. An die Wasserwerte stellen sie keine besonderen Ansprüche. Die Temperaturen sollten bei 18 bis 22 Grad liegen.
  • Ernährung

    Die Tiere fressen Lebend-, Frost- und Trockenfutter.
  • Vermehrung

    Der Perlhuhnbärbling gehört zu den Freilaichern.
  • Besonderes

    Der Perlhuhnbärbling ist zwar unkompliziert in der Haltung, jedoch ist er ziemlich scheu und schreckhaft.